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Wie feiert man den 1. April in der Welt?

Vom Papierfish auf dem Rücken bis zum Mehl im Gesicht: ein Blick auf die Aprilscherz-Bräuche rund um die Welt.

Inhaltsverzeichnis

  • Frankreich, Belgien, Schweiz, Kanada und Italien: die Herrschaft des Aprilscherzes
  • Großbritannien, Vereinigte Staaten, Australien und Neuseeland: der April Fool's Day
  • Schottland: der Huntigowk Day, ein zweitägiges Fest
  • Japan: die Saison der 10 000 Absurditäten
  • Brasilien und Portugal: der Tag der Lügen
  • Spanien, Mexiko und hispanische Welt: der Día de los Santos Inocentes
  • FAQ

Jeden 1. April öffnet sich eine freudige Klammer im Kalender: Man schleicht eine Falschmeldung ins Gespräch, klebt einem Kollegen einen Papierfisch auf den Rücken, liest die Presse mit amüsiertem Blick. Aber dieses Ritual, das auf allen Kontinenten gefeiert wird, nimmt je nach geografischer Breite unterschiedliche Formen an. Ein kleiner Rundgang durch die Bräuche dieses Tages, der ganz im Zeichen der Täuschung steht.

Frankreich, Belgien, Schweiz, Kanada und Italien: die Herrschaft des Fisches

Im deutschsprachigen europäischen Raum und darüber hinaus wird der 1. April in einer ziemlich einheitlichen Form begangen. Die Ursprünge der Tradition bleiben umstritten: Einige Historiker führen sie auf das antike Griechenland und ein Fest zu Ehren des Gottes des Lachens zurück, andere auf die Kalenderreform durch Karl IX. 1564, die den Jahresanfang vom Frühling auf den 1. Januar verschoben hätte und Nachzügler zum Ziel von Witzen machte.

Anfang des 20. Jahrhunderts ging die Tradition des Aprilscherzes mit dem Versand von fein illustrierten Postkarten einher, auf denen das Tier mit Blumen, Bändern oder galanten Szenen geschmückt war. Die Karte verschwand allmählich zugunsten eines kindlicheren Rituals: der Papierfisch, diskret auf den Rücken eines Kameraden geklebt, gefolgt vom berühmten Ruf „Aprilscherz ! " wenn das Opfer die Täuschung bemerkt.

Die Praxis endet nicht auf dem Schulhof. Medien, Marken und Institutionen greifen gerne zur Gelegenheit, um geschickt konstruierte Falschinformationen einzuschleusen. Die RATP zum Beispiel amüsierte sich 2017 damit, einige Stationen der Pariser U-Bahn umzubenennen: Crimée wurde zu Châtiment, Pyramides änderte sich zu Cléopâtre, und Fahrgäste entdeckten ihre liebsten Wortspiele beim Aussteigen aus den Zügen.

Großbritannien, Vereinigte Staaten, Australien und Neuseeland: der April Fool's Day

In der englischsprachigen Welt heißt der 1. April April Fool's Day, wörtlich „der Tag der Aprilnarren". Der Geist bleibt dem sehr ähnlich, den wir in Frankreich kennen: Man erfindet Streiche, trickst seine Nähe aus, stellt unschuldige Fallen. Aber hier geht es vor allem in der Presse und im Fernsehen zur Sache.

Die BBC hat sich sogar einen Ruf in dieser Hinsicht erworben. Bereits 1957 hatten ihre berühmte Sequenz über „Spaghetti, die auf Bäumen in der italienischen Schweiz wachsen", Tausende von Zuschauern getäuscht. Der Sender wiederholte das mehrfach: 2008 kündigte das Journal die Entdeckung einer Art fliegender Pinguine an, mit gefälschtem Video; 2013 enthüllte er, dass William Shakespeare in Wirklichkeit… französisch war.

Am 1. April ist es daher besser, sich den angelsächsischen Schlagzeilen mit einer großen Portion Skepsis zu nähern.

Schottland: der Huntigowk Day, ein zweitägiges Fest

Schottland pflegt seine Besonderheit sogar bei seinen Streichen. Dort heißt der 1. April Huntigowk Day, eine Kurzform von „hunt the gowk" – wörtlich „den Kuckuck jagen", mit anderen Worten „den Toren verfolgen". Der Kuckuck, ein in der schottischen Folklore mit Naivität verbundener Vogel, verleiht dem Opfer des Tages seinen Namen.

Eine weitere Besonderheit: Das Fest erstreckt sich über zwei Tage. Der 1. April ist klassischen Streichen gewidmet, aber am 2. April – genannt Tailie Day – spaßt man damit, jemandem einen Papierschwanz oder ein Schild „kick me" auf den Rücken zu hefteln. Eine Möglichkeit, das Vergnügen zu verlängern und dem lokalen Repertoire eine zusätzliche Note hinzuzufügen.

Japan: die Saison der 10 000 Absurditäten

In Japan markiert der 1. April vor allem den Beginn der Kirschblütensaison, jenen Moment, wenn sich die Parks mit rosa Blütenblättern bedecken und sich Familien zum hanami treffen. Aber dieses Datum fällt auch mit dem zusammen, was manchmal „bangusetsu" genannt wird, übersetzbar mit „die Saison der 10 000 Absurditäten".

Der Brauch, einen Fisch auf den Rücken zu kleben, ist nicht verbreitet, aber die Tradition des Medienstreichs hat sich fest etabliert. Einige in der Erinnerung gebliebene Beispiele: 2003 kündigte die Tokyo Newspaper die Entdeckung von 110 Milliarden Barrel Öl in der Bucht von Tokio an; 2013 präsentierte Domino's Pizza stolz seine Konservenpizza; 2014 behauptete der Zoo von Ueno, einen Riesenpinguin unter seinen Bewohnern identifiziert zu haben. So viele stark ritualisierte Witze, die daran erinnern, dass japanischer Humor auch absurd sein kann.

Brasilien und Portugal: der Tag der Lügen

In der lusophonen Welt heißt der 1. April schön „Dia das Mentiras", also „der Tag der Lügen". In Brasilien wie in Portugal eignet sich der Tag natürlich für verbale Witze und Falschmeldungen, aber in einigen Regionen gibt es einen lokalen Brauch: Man wirft eine Handvoll Mehl ins Gesicht oder auf die Kleidung von Nahestehenden oder sogar Fremden auf der Straße. Ein mehlig-fröhlicher Streich, der dem Geist einiger iberischer Karnevale ähnelt, bei denen man sich mit Eiern oder parfümiertem Wasser bespritzt.

Spanien, Mexiko und hispanische Welt: der Día de los Santos Inocentes

In Spanien, Mexiko, Lateinamerika und in hispanischen Gemeinschaften bis zu den Philippinen scherzt man nicht am 1. April: Das Treffen des Jahres findet am 28. Dezember statt, dem Tag der „Día de los Santos Inocentes", dem Tag der Unschuldigen Heiligen. Dieses Fest hat seinen Ursprung in einem tragischen biblischen Ereignis – dem von Herodes befohlenen Massaker an Kindern – hat sich aber allmählich in einen Tag der Streiche verwandelt, quasi durch Umkehrung.

Der traditionelle Streich besteht darin, einen Gegenstand eines Nahestehenden zu stehlen und ihn dann durch ein Bonbon und einen kleinen frechen Zettel zu ersetzen, der ihm mitteilt, dass er hereingefallen ist. Zeitungen und hispanische Fernsehkanäle konkurrieren ebenfalls um Kreativität und verbreiten an diesem Tag unwahrscheinliche Nachrichten, die es guter Ton ist, mit einem Lächeln aufzunehmen.

FAQ

Warum spricht man in Frankreich vom „Aprilscherz"?

Es gibt mehrere Hypothesen. Die verbreitetste erwähnt das Ende der Fastenzeit, eine Zeit, in der viel Fisch gegessen wurde, oder den Übergang der Sonne aus dem Sternzeichen der Fische Ende März. Ein anderer Hinweis verbindet die Tradition mit der Kalenderreform im 16. Jahrhundert, bei der man denen, die weiterhin Neujahr im Frühling feierten, falsche Geschenke – darunter Fisch – gemacht haben soll.

Ist der 1. April irgendwo ein offizieller Feiertag?

Nein. In keinem der genannten Länder ist es ein Feiertag oder eine offizielle Feier. Es ist ein Volksbr auch, der durch den Gebrauch überliefert wird und in Schulen und Familien fortbesteht, aber auch immer mehr in den Medien und im Marketing.

Welche Länder feiern den 1. April überhaupt nicht?

Die hispanische Welt bevorzugt den 28. Dezember. Allgemeiner gesagt haben Länder ohne starkes westlich-christliches Erbe (großer Teil des Nahen Ostens, Südostasiens oder Afrikas) diese Tradition nicht übernommen, obwohl Globalisierung und soziale Netzwerke sie schrittweise verbreiten.

Was ist der berühmteste Aprilscherz der Geschichte?

Der Streich der „Spaghetti, die auf Bäumen wachsen", ausgestrahlt von der BBC 1957, bleibt eine weltweite Referenz. Ein paar Jahrzehnte später kündigte 1996 der amerikanische Sender Taco Bell an, die Liberty Bell gekauft zu haben, um sie in „Taco Liberty Bell" umzubenennen – ein Streich, der Empörung ausgelöst hatte, bevor die Täuschung aufgedeckt wurde.

Wie sollte man auf Falschmeldungen vom 1. April reagieren?

Der einfachste Reflex: Das Veröffentlichungsdatum überprüfen, die Information mit anderen Quellen abgleichen und sich über die redaktionelle Kreativität amüsieren. Viele Redaktionen streuen absichtlich einen Hinweis in ihren Scherz ein, vorausgesetzt, man liest aufmerksam bis zum letzten Absatz.

Florine Dergelet

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Charlene Desdoits

L'auteur

Charlene Desdoits

Amoureuse des mots, de la nature et des rencontres, elle s’attache à transmettre dans ses textes une vision sensible, engagée et responsable du tourisme. Chaque article est pour elle une passerelle en

Catégorie : Culture & traditionsMis à jour le 9 mai 2026