Muay Thai – Alles über das traditionelle Thai-Boxen
Erkunden Sie das Muay Thai, die nationale Kampfkunst Thailands, zwischen Geschichte, Regeln, Kampftechniken, dem rituellen Wai Khru Ram Muay und großen Legenden des Thai-Boxens.
- Januar 2020
Das englische Boxen zeichnet sich durch Faustschläge aus, das französische Boxen durch Fuß- und Faustschläge, das Thai-Boxen wiederum hat den Ruf, alle Arten von Schlägen zu erlauben. Zumindest war das so, bevor es seine Regeln neu definierte. Wir erzählen Ihnen mehr über diese ancestrale Kampfkunst und all ihre Geheimnisse…
Eine nationale Kampfkunst in Thailand

Das Muay Thai ist eine Kampfkunst, die ihre Ursprünge in den uralten Praktiken des Muay Biran (das traditionelle Boxen) und des Krabi Krabong (die Waffenkampfkunst) hat. Im Westen wird dieser Kampfsport als Faust- und Fußboxen charakterisiert. Im Kampf nutzt der Nak-Muay (der Boxer) Faust-, Fuß-, Ellbogen-, Knie- oder Schienbeinschläge. Es ist die populärste Boxform in Südostasien. Und mit gutem Grund – sie war die erste, die den Titel einer professionellen nationalen Disziplin erhielt.
Lange Zeit als zu gewalttätig mit tödlichen Potenzialen angesehen, wurde das Thai-Boxen 1921 vollständig verboten. Es erlebte seine Rückkehr im Jahr 1930 mit neuen Regeln, die sich an denen des englischen Boxens orientierten. Das Tragen von Handschuhen wurde obligatorisch, ebenso wie der Ring als Wettkampfstätte. Kopfstöße sind nun verboten, ebenso wie Schläge gegen die Leistengegend. Schließlich müssen die Kampfrichter auch besonderes Augenmerk auf die Technik, Beweglichkeit und Kampfgeist der Boxer legen, um sie zu bewerten. Das professionelle Muay Thai umfasst heute 13 Gewichtsklassen. Kämpfe werden in 5 Runden à 3 Minuten ausgetragen. Es werden 8 Kontaktstellen verwendet.
Der Ram Muay, ein ritueller Tanz vor dem Kampf

Wenn Sie einen Thai-Boxkampf sehen gehen, werden Sie die Boxer mit ziemlicher Sicherheit einen traditionellen Tanz vor dem Kampfbeginn aufführen sehen. Es geht um ein Ritual namens Wai Khru Ram Muay. Der Reihe nach führen die Kämpfer eine Serie von Bewegungen auf, während sie den Mongkon tragen – ein Tuch, das um den Kopf gewickelt wird und Respekt vor dem Trainer und dem thaïländischen Volk ausdrückt. Traditionell lehrt jede Muay-Thai-Schule ihre eigenen Tänze. Zu den bekantesten gehören der Vogeltanz, der Säbeltanz oder der Hanuman-Tanz. Ein kleines Orchester begleitet den Tanz und rhythmisiert die verschiedenen Runden des Kampfes.
Zwischen Traditionen und Legenden…
Das Muay Thai ist nicht ohne Grund zur nationalen Kampfkunst geworden. Es ist eine Praxis, die tief in der thaïländischen Kultur verankert ist und das seit Generationen. Tatsächlich ist diese Kampfkunst Teil der Ausbildung von Militärpersonal seit dem 15. Jahrhundert! Es soll angenommen worden sein, nachdem das Königreich Siam von Ayutthaya die Khmer von Angkor besiegten. Seine Popularität erreichte ihren Höhepunkt im frühen 18. Jahrhundert unter der Herrschaft von Pra Chao Sua. Dieser war selbst ein Boxer und genoss es, gegen die Champions der Zeit anzutreten. Dies inspirierte das Volk und machte das Thai-Boxen zu einer bevorzugten Aktivität der Thaïländer.
Das Thai-Boxen hat auch seinen Anteil an Legenden, wie die von Naï Khanom Tom, einem thaïländischen Soldat und Boxer, der 1767 von den Burmesen gefangen genommen wurde und angeblich zehn ihrer Champions k.o. geschlagen hat! Seitdem ist er ein Nationalheld, dem die Thaïländer jedes Jahr anlässlich der Boxernacht Tribut zollen.
Wie Sie verstanden haben, ist das Muay Thai ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens der Thaïländer. Und wenn sie es nicht praktizieren, versammeln sich die Thaïländer oft in Stadien oder im Kreis der Familie, um die Übertragung von Kämpfen im Fernsehen zu sehen.
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Florine Dergelet
Florine Dergelet
Florine Dergelet ist seit mehr als 10 Jahren freie Webschreiberin und eine Reisende, die von der Lust angetrieben wird, die Welt mit offenen Armen zu entdecken. Jeder ihrer Artikel ist eine Einladung, innezuhalten, zuzuhören und zu verstehen. Denn für sie ist Reisen nicht, Länder auf einer Karte abzuhaken, sondern unsichtbare, aber immer kraftvolle Verbindungen zu Orten, Völkern und allen Arten von Kreaturen aus dem Tierreich zu knüpfen. Ihr Credo? Reisende mit Ethik beraten, ihr Bewusstsein für Tierschutz, den Respekt vor Kulturen und die Bedeutung eines bescheidenen und nachhaltigen Tourismus zu schärfen. Denn die schönsten Erinnerungen entstehen oft fernab der Scheinwerfer, im Schatten eines Wanderwegs, am Rand einer Unterhaltung oder im stillen Hauch einer Welt, die man sich endlich Zeit nimmt, zuzuhören…



