Thailand legalisiert Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare – ein Meilenstein in Südostasien

Thailand legalisiert Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare – ein Meilenstein in Südostasien

Thailand legalisiert Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare – ein Meilenstein in Südostasien

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Thailand wird das erste Land Südostasiens, das die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare legalisiert. Ein Überblick über das Gesetz, dessen Inkrafttreten und die ersten Hochzeiten im Jahr 2025.

  1. Jan. 2025

Nachdem das Legalisierungsgesetz für die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare im März von den Abgeordneten und drei Monate später vom Senat bereits genehmigt worden war, wurde es Ende September 2024 von König Maha Vajiralongkorn unterzeichnet. Die ersten gleichgeschlechtlichen Hochzeiten fanden am Donnerstag, dem 23. Januar 2025, statt – ein historischer Moment, der Thailand zum ersten Land Südostasiens macht, das die Eheschließung für alle legalisiert.

Thailand legalisiert die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare

Die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Thailand verlief in mehreren Schritten:

Im März 2024 gaben die Abgeordneten mit großer Mehrheit als erste grünes Licht. Sie wurden von den Senatoren gefolgt, die das Gesetzesvorhaben am 18. Juni 2024 mit 130 von 152 Stimmen genehmigten. Nur 4 Senatoren stimmten dagegen und 18 enthielten sich der Stimme. Diese überwältigende Mehrheit zeigte bereits eine seltene Einigung in einem Land, das von zwei politischen Blöcken geprägt ist: dem konservativen Lager und der progressiven Opposition.

Nur noch ein Schritt fehlte, damit das Gesetz offiziell in Kraft treten konnte: die königliche Zustimmung durch König Maha Vajiralongkorn. Dies ist nun geschehen, wie nach Tradition die Royal Gazette (das Amtsblatt des Landes) am 24. September mitteilte.

Die ersten gleichgeschlechtlichen Hochzeiten fanden am 23. Januar 2025 statt

Am Donnerstag, dem 23. Januar 2025, trat das Gesetz zur Eheschließung zwischen Personen gleichen Geschlechts offiziell in Kraft. Das neue Gesetz enthält keine geschlechtsspezifischen Bezüge mehr und verleiht gleichgeschlechtlichen Paaren dieselben Rechte in Bezug auf Erbschaft, Eigentum und Adoption wie heterosexuellen Paaren.

Zu diesem Anlass wehte das thailändische Parlament unter Regenbogenflaggen. Insgesamt sagten sich etwa 2000 LGBT+-Paare im ganzen Land "Ja". In Bangkok wurde von der Kampagnengruppe Bangkok Pride in Zusammenarbeit mit den Stadtbehörden sogar eine Massenhochzeit im Siam Paragon organisiert, einem der größten Einkaufszentren der Thai-Hauptstadt. Andere Paare begaben sich in die Bezirksämter von Bang Rak, einen symbolischen Ort, wie The Guardian erklärt, da es sich um einen "beliebten Ort für Hochzeiten handelt, denn sein Name bedeutet 'Viertel der Liebe'".

Die thailändische Premierministerin Paetongtarn Shinawatra erklärte in den sozialen Medien: "Heute weht die Regenbogenflagge stolz über Thailand". Ihr Vorgänger, Srettha Thavisin, der der Massenhochzeit in Bangkok beiwohnte, erklärte: "Kürzlich erklärte der Anführer eines Landes (mit Anspielung auf Donald Trump), dass es nur zwei Geschlechter gibt, aber ich denke, wir sind aufgeschlossener als das".

Die historischen Ereignisse dieses Donnerstags, dem 23. Januar, markieren damit den Höhepunkt jahrelanger Kampagnen der LGBT+-Gemeinschaft in Thailand, während die Homosexualität in vielen asiatischen Ländern, wie Myanmar und Malaysia, weiterhin illegal ist und dort zu Gefängnisstrafen führen kann.

Das erste Land Südostasiens legalisiert die Eheschließung für alle

Thailand legalisiert Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare – ein Meilenstein in Südostasien

Thailand wird somit das erste Land Südostasiens, das die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren legalisiert, und das dritte Land des asiatischen Kontinents, das die Eheschließung für alle legalisiert – nach Taiwan (das dies 2019 erlaubte) und Nepal (das es 2023 legalisierte). Das Königreich Siam gehört nunmehr zu den 35 UN-Mitgliedstaaten (von 193), die die gleichgeschlechtliche Ehe anerkennen.

Eine Gesetzgebung, die auch geschlechtsneutrale Begriffe einführt

Über die Eheschließung hinaus zielt die Gesetzgebung auch darauf ab, Bezüge auf "Frauen" und "Männer" sowie "Ehemänner und Ehefrauen" durch geschlechtsneutrale Begriffe wie "Individuen" oder "Ehepartner" zu ersetzen. Darüber hinaus soll das Gesetz gleichgeschlechtlichen Paaren auch bei Adoption und Erbschaft dieselben Rechte wie heterosexuellen Paaren gewähren.

Ein einziger Wermutstropfen nach Ansicht der Aktivisten: das Fehlen einer Anerkennung von transgender oder nicht-binären Personen, die ihr Geschlecht weiterhin nicht in ihren Ausweisdokumenten ändern dürfen. In der Zwischenzeit bleibt Thailand trotzdem ein Beispiel für Toleranz, das viele Reisende aus der LGBTQ+-Gemeinschaft anzieht.

Um mehr zu erfahren, entdecken Sie erneut die besten und schlechtesten LGBTQ+-freundlichen Reiseziele.

Florine Dergelet

Florine Dergelet

Als Webschreiberin seit über 10 Jahren ist Florine Dergelet eine Reisende, die von der Lust angetrieben wird, die Welt mit offenen Herzen zu entdecken. Jeder ihrer Artikel ist eine Einladung, innezuhalten, zuzuhören und zu verstehen. Denn für sie bedeutet Reisen nicht, Länder auf einer Karte abzustreichen, sondern (oft unsichtbare, aber immer kraftvolle) Verbindungen zu Orten, Völkern und allen möglichen Kreaturen des Tierreichs zu knüpfen. Ihr Credo? Reisende ethisch beraten, ihr Bewusstsein für Tierschutz, Respekt vor Kulturen und die Bedeutung eines demütigen und nachhaltigen Tourismus schärfen. Denn die schönsten Erinnerungen entstehen oft weit weg von den Scheinwerfern, im Schatten eines Weges, am Rande eines Gesprächs oder im sanften Atem einer Welt, die man endlich Zeit nimmt zu hören…

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