
Choeung Ek "Killing Fields"
Choeung Ek "Killing Fields"
17 km von Phnom Penh entfernt ist Choeung Ek das ehemalige Hinrichtungsfeld der Roten Khmer, heute ein Denkmal für die Opfer des Pol-Pot-Regimes.
Das Denkmal von Choeung Ek liegt etwa 17 km südwestlich von Phnom Penh auf dem Gelände eines ehemaligen Hinrichtungsfeldes, das zwischen 1975 und 1979 vom Regime der Roten Khmer genutzt wurde. Heute als Gedenkstätte umgestaltet, empfängt es Besucher, die eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Kambodschas verstehen möchten.
Warum Choeung Ek besuchen
Choeung Ek ist zusammen mit dem Gefängnis S-21 eine der beiden wichtigsten Gedenkstätten für den kambodschanischen Genozid. Ein Besuch erfolgt im Geist der Andacht und des Gedenkens: um die Funktionsweise des Pol-Pot-Regimes zu verstehen, das Ausmaß der begangenen Gräueltaten zu erfassen und den Opfern Tribut zu zollen.
Die Stätte funktioniert als Ergänzung zum Tuol-Sleng-Genozidmuseum (S-21) in Phnom Penh. Diese beiden Orte werden normalerweise am selben Tag oder mit einem Tag Abstand besucht, in dieser Reihenfolge: zunächst S-21, wo die Gefangenen verhört wurden, dann Choeung Ek, wo sie hingerichtet wurden.
Geschichte der Stätte
Zwischen 1975 und 1979 diente Choeung Ek als Hinrichtungsfeld und Friedhof für Gefangene des Khmer-Rouge-Regimes unter Pol Pot. Die Häftlinge wurden aus dem Gefängnis S-21 in Phnom Penh gebracht, meist nachts, nachdem sie verhört worden waren.
Um Munition zu sparen, erhielten die Wächter Befehle, die Opfer mit Spitzhacken, Hämmern oder Macheten hinzurichten. Die Stätte wurde Anfang 1979 von einem Bauern aus dem Dorf Choeung Ek entdeckt, kurz nach dem Fall des Regimes. Schätzungsweise starben etwa 17.000 Menschen – Männer, Frauen und Kinder – hier.
Mit einer Fläche von 20.000 m² und mehr als 129 registrierten Massengräbern (von denen etwa 80 ausgegraben wurden) ist Choeung Ek das größte identifizierte Hinrichtungsfeld in Kambodscha. Eine jährliche Gedenkzeremonie findet am 9. Mai statt.
Was Sie vor Ort sehen werden
Die Gedenkstupa
Im Zentrum des Geländes erhebt sich eine weiße Stupa mit 17 Stockwerken, die 1988 zum Gedenken an die Opfer erbaut wurde. Sie ist im khmerschen Stil erbaut und ruht auf einem quadratischen Fundament, das sich in einem spitzen konischen Dach verjüngt. Im Inneren werden 8.985 exhumierte Knochen und Schädel aus den Massengräbern aufbewahrt, geordnet nach Alter und Geschlecht. Viele tragen sichtbare Spuren der erlittenen Traumata.
Die Massengräber
Der markierte Weg führt Besucher um die noch sichtbaren Gräber herum. Nach starken Regenfällen kommen manchmal Knochenfragmente und Kleidungsstücke an die Oberfläche: Das Personal der Stätte sammelt diese regelmäßig ein. Erklärende Tafeln erläutern die Funktion jeder Zone.
Der Lautsprecher-Baum und der Baum der Kinder
Ein hundert Jahre alter Baum trug einen Lautsprecher, der Musik ausstrahlte, um die Schreie der Opfer zu überdecken. Heute schmücken von Besuchern hinterlassene Freundschaftsbänder seine Basis als Zeichen der Andacht. Ein anderer Baum, der sogenannte „Baum der Kinder", erinnert an das Schicksal der jüngsten Gefangenen.
Das Interpretationszentrum
Ein kleines Museumsbereich präsentiert am Ort gefundene Objekte, Archivfotografien und Zeugnisse von Überlebenden oder ehemaligen Wächtern.
Praktische Informationen
- Besuchsdauer: Planen Sie 1,5 bis 2 Stunden für einen Rundgang und das Anhören des Audioguides ein.
- Eintrittspreise: Der Eintrittspreis beinhaltet normalerweise den Audioguide. Moderater Preis, zahlbar vor Ort in Dollar oder Riel.
- Öffnungszeiten: Täglich tagsüber geöffnet. Die genauen Zeiten können sich ändern; es wird empfohlen, vor dem Besuch zu überprüfen.
- Audioguide: Verfügbar in mehreren Sprachen (Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Japanisch, etc.). Er strukturiert den Besuch mit etwa zwanzig kommentierten Haltestellen.
- Kleiderordnung: Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, wird aus Respekt vor dem Gedenkcharakter des Ortes empfohlen.
- Verhalten: Stille, Andacht, diskrete Fotografie. Lächelnde Selfies sind zu unterlassen.
Wie man hinkommt
Choeung Ek liegt etwa 17 km südwestlich von Phnom Penh. Mehrere Zugangsoptionen:
- Tuk-Tuk: Die häufigste Lösung vom Zentrum von Phnom Penh aus. Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 45 Minuten. Es ist üblich, eine Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit vor Ort zu vereinbaren.
- Taxi oder Mietwagen: Eine komfortablere und klimatisierte Option, besonders in der heißen Jahreszeit zu schätzen.
- Geführte Kombinationstour: Viele Agenturen bieten Halbtagespakete an, die S-21 und Choeung Ek kombinieren, mit Transport und deutschsprachigem Guide.
In der Nähe
Der Besuch von Choeung Ek wird natürlicherweise durch einen Besuch von Tuol Sleng (S-21) in Phnom Penh erweitert. Um die Erkundung des kambodschanischen Erbes nach diesen Gedenkstätten fortzusetzen, bietet die Angkor-Stätte einen faszinierenden Kontrast: Angkor Wat, Angkor Thom und der Dschungeltempel Beng Mealea gehören zu den unverzichtbaren Etappen einer Reise nach Kambodscha.
Häufig gestellte Fragen
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